FDM oder SLA – welches Verfahren für welches Bauteil?
Die Wahl zwischen FDM (Fused Deposition Modeling) und SLA (Stereolithografie) ist eine der häufigsten Entscheidungen beim industriellen 3D-Druck. Beide Verfahren haben klar definierte Stärken – die richtige Wahl hängt von Bauteilgröße, Oberflächenanforderungen, Materialanforderungen und Stückzahl ab. PrintYourParts bietet beide Verfahren aus einer Hand in Nürnberg.
FDM im Überblick
FDM 3D-Druck schmilzt thermoplastisches Filament schichtweise auf. Das Verfahren zeichnet sich durch das größte Bauvolumen (bis 1000 × 1000 × 1000 mm) und die breiteste Materialauswahl aus – über 20 Kunststoffe, darunter Hochleistungspolymere wie PEEK (bis 260 °C), PPSU und PEI 9085.
Kennzahlen FDM:
- Schichtdicke: 0,1 – 0,3 mm
- Toleranz: ± 0,2 mm
- Min. Wandstärke: 0,8 mm
- Oberflächenrauheit: Ra ca. 12–20 µm
- Standardlieferzeit: 3 – 5 Werktage
SLA im Überblick
SLA 3D-Druck härtet flüssiges Harz mit einem UV-Laser aus. Das Verfahren liefert die höchste Detailgenauigkeit (bis 25 µm Schichtdicke) und die glattesten Oberflächen (Ra < 1 µm) aller 3D-Druckverfahren.
Kennzahlen SLA:
- Schichtdicke: 0,025 – 0,1 mm
- Toleranz: ± 0,1 mm
- Min. Wandstärke: 0,6 mm
- Oberflächenrauheit: Ra < 1 µm
- Bauvolumen: 145 × 145 × 175 mm
- Standardlieferzeit: 3 – 5 Werktage
Direkter Vergleich
| Kriterium | FDM | SLA |
|---|---|---|
| Max. Bauteilgröße | 1000 mm | 145 mm |
| Oberflächenqualität | Sichtbare Schichtlinien | Spritzgussgleich |
| Detailgenauigkeit | 0,8 mm | 0,025 mm |
| Höchste Festigkeit | ~100 MPa (PEEK) | ~38 MPa (Standard Resin) |
| Biokompatibel | Ja (PPSU, PEEK) | Ja (Dental Resin, ISO 10993) |
| Transparente Teile | Nein | Ja |
| ESD-Materialien | Ja (PA12 ESD) | Nein |
Wann FDM die richtige Wahl ist
FDM ist die bessere Wahl, wenn:
- das Bauteil größer als 145 mm ist (Großformat bis 1000 mm)
- hohe mechanische Festigkeit gefordert ist (PEEK: ~100 MPa)
- Dauergebrauchstemperaturen über 150 °C benötigt werden
- ESD-sichere Bauteile erforderlich sind
- funktionale Endteile im Produktiveinsatz verwendet werden
- Ersatzteile nachgebaut werden sollen
- Kosten pro Bauteil bei Kleinserien minimiert werden sollen
Typische FDM-Anwendungen: Gehäuse für Industriesteuerungen, Sensorhalterungen im Motorraum, Autoklav-Schalen für chirurgische Instrumente (PPSU).
Wann SLA die richtige Wahl ist
SLA ist die bessere Wahl, wenn:
- höchste Detailgenauigkeit gefordert ist (Feature-Größe ab 0,025 mm)
- nahezu spritzgussgleiche Oberflächen benötigt werden
- transparente Bauteile gewünscht sind
- Dental- oder Medizinanwendungen mit ISO 10993-Zertifizierung vorliegen
- Urmodelle für den Feinguss (Schmuck) benötigt werden
- Silikon-Bauteile direkt aus der CAD-Datei gefertigt werden sollen
Typische SLA-Anwendungen: Bohrschablonen für dentale Implantation, Mikrofluidik-Chips mit 0,3 mm Kanälen, Design-Prototypen für Consumer-Elektronik.
Fazit
Für funktionale, große und belastbare Bauteile ist FDM überlegen. Für präzise, glatte und transparente Bauteile ist SLA die erste Wahl. In vielen Projekten ergänzen sich beide Verfahren: SLA für den Design-Prototyp, FDM für das funktionale Endteil. Lassen Sie sich von PrintYourParts individuell beraten, welches Verfahren für Ihr Bauteil optimal ist – über den 3D-Druck Konfigurator oder direkt über die Anfrage.



